Die Welt zu durchschauen, sie zu erklären, sie zu verachten, mag großer Denker Sache sein. Mir aber liegt einzig daran, die Welt lieben zu können, sie nicht zu verachten, sie und mich nicht zu hassen, sie und mich und alle Wesen mit Liebe und Bewunderung und Ehrfurcht betrachten zu können.

- Hermann Hesse, Siddhartha

Lass dich von deinem Leiden in den gegenwärtigen Augenblick zwingen, in einen Zustand bewusster Gegenwärtigkeit. Nutze es zu deiner Erleuchtung.

- Eckhart Tolle, Leben im Jetzt



Ein Gasthaus ist dieses menschliche Dasein. Jeden Tag eine Neuankunft. Eine Freude, ein Kummer, eine Gemeinheit, ein kurzes Achtsamsein kommt als unerwarteter Gast. Heiße alle willkommen und mach's allen schön! Auch wenn sie ein Haufen Leiden sind, die dir brutal alle Möbel rausfegen. Egal. Behandle jeden Gast mit Respekt. Vielleicht schafft gerade er in dir Platz für ganz neue Freuden. Den dunklen Gedanken, der Scham, der Boshaftigkeit - öffne allen mit Lachen die Tür und lade sie ein, deine Gäste zu sein. Sei dankbar für jeden, der kommt, denn jeder wurde als Führer von oben geschickt.

- Rumi, Das Gasthaus



Es gibt kein Wort, das alles fasst. Wie also soll ich in Worte fassen, was du für mich bedeutest? Ich fragte so oft Warum, doch erst jetzt, dieses rhetorische Mal, ergibt es Sinn: Warum habe ich an dir gezweifelt? Warum glaubte ich, dass ich nach etwas anderem suchen müsste, außer dir? Du hast mich seit meiner Geburt in jedem Moment erinnert: Nie war ich von dir getrennt. Ich bin nur langsam von Begriff. Bis ich etwas begreife, bist du schon Weg. Und durch ihn Zeitgeschichte. Ich vergehe mit ihr, als Unbegriffenes. Plötzlich stehe ich vor dir. Höre, wie du atmest und mir vergibst. Spüre, wie du mich umarmst und sehe mein Herz in alle Richtungen des Universums fließen, bis ich nichts als dich wiedererkenne in diesem einen Moment, mit jedem Stern, den das Netz meiner Sinne fängt. Du bist wahre Liebe.

p- 2014